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Aus der Traum

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Manchmal müsste es auch einen Preis geben für den schönsten, oder besser schaurig-schönsten Untertitel.

Mehr Wohlstand, mehr Freiheit, mehr Vernunft - die nach 1945 Geborenen konnten tatsächlich glauben, dass das Ende der Geschichte nah ist. Nun stellen sie erschrocken fest: Sie hat nur Pause gemacht.

Berliner Zeitung - Aus der Traum

Auch das Bild in der Berliner Zeitung vom 07.01.2017 ist sehr schön. Die Frankfurter Allgemeine veröffentlichte den selben Artikel mit einem weniger aussagekräftigeren Bild.

 

Volker Kutscher: Die Akte Vaterland

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Klappentext und Rezensionen: https://www.perlentaucher.de/buch/volker-kutscher/die-akte-vaterland.html

Preußenschlag

Die Frankfurter Allgemeine vom 14.12.2012 schreibt:

Volker Kutschers Berlin-Krimi „Die Akte Vaterland“ ist anders als viele andere Beispiele dieses Genres. Denn er versteht es, Zeitgeschichte mit spannender Dramaturgie zu vereinen.

So erlebt die Kommissaranwärterin Charlotte Ritter den Staatsputsch des deutschen Reichskanzlers gegen die demokratische Regierung Preußens am 20.Juli 1932: „Plötzlich war draußen ein Tumult zu hören, laute Stimmen, Rufe. Die Beamten schauten sich an ... Das Bild ließ keinerlei Zweifel zu: Die Reichswehr hatte den Berliner Polizeipräsidenten verhaftet und führte ihn aus seinem Dienstsitz.“ Albert Grezinski, der Polizeipräsident, hat an diesem Tag für das Begräbnis eines bei Straßenkämpfen erschossenen Polizisten seinen schwarzen Cutaway mit Zylinder angelegt: „Es war die passende Kleidung für die Beerdigung der preußischen Demokratie.“

Die Szene ist der geheime Höhepunkt von Volker Kutschers neuem Kriminalroman „Der Fall Vaterland“, und sie erklärt zugleich, warum Kutschers Berlin-Krimis anders sind als andere Beispiele des Genres. Kutscher möchte nicht bloß durch historische Einsprengsel die passende Atmosphäre für seine Mordfälle herstellen, er will Geschichte selbst erzählen.

Noch nie hatte ich etwas vom "Preußenschlag" gehört, geschweige denn von einer vorbildlichen preußischen Demokratie. Tja, da muss man erst spannende Krimis lesen, um die deutsche Geschichte "erleben" zu können. Aber besser spät als nie. Wer da noch Fantasy-Romane braucht...

 

ZAZ rockt

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ZAZ in der Schmelinghalle

die Max-Schmeling-Halle. Neben den Paris-Songs kamen Balladen und als Rockssongs interpretierte Recto-Verso-Songs zur Aufführung. Alle hatten den Text von Je veux vergessen - und ZAZ gab gottseidank vor: LA LA, LA LA ... Erstaunlich, wie eine Stimme eine ganze Halle füllt. Das Warten bis 21:30 Uhr hatte sich gelohnt.

 

 

Einmal Nachdenken

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In der Berliner Zeitung vom 8./9. gab Wolf Biermann ein Interview. Im folgenden Auszug geht es mal nicht um seine Vergangenheit, sondern um die erfreuliche und z.T. gruselige Gegenwart.

Ihre jüngste Tochter wird in diesem Jahr 16 Jahre alt: Welches Deutschland wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Och, da kann ich mir gar nichts wünschen. Deutschland ist das wohlhabendste und freieste Land in der ganzen Welt. Ohne Übertreibung. Allein die Globalisierung seit 1990 hat das Einkommen der Deutschen enorm erhöht. Viel schneller als in Amerika und sehr viel schneller als in Frankreich. Dass das  wieder seine Tücken und Gefahren hat, das wissen Sie  selber … 

Sorgen Sie solche Erscheinungen wie die AfD oder Pegida? Diese Bewegungen sind doch auch Reaktionen auf wirkliche oder eingebildete Verluste. 

Ja, ganz bestimmt mehr auf eingebildete Verluste! Darüber habe ich lange nachgedacht und wenig darüber geschrieben. Alle Menschen sind so: Wenn ihnen etwas Gutes passiert, wenn ihnen geholfen wird, wenn sie also einen Grund haben, dankbar zu sein, dann verspüren sie den Drang, sich zu revanchieren. Das ist eine Frage der Selbstachtung. Wenn man aber bemerkt, dass man absolut keine Chance hat, sich irgendwie zu revanchieren, dann gerät man in die große Gefahr, dass man die Gaben, die man bekommen hat, klein redet und vor allem schlecht redet: Die Motive für die Hilfe waren gar nicht uneigennützig, sondern sollten mich abhängig machen, mich demütigen. Dadurch gerät man auf die schiefe Ebene und rutscht ab in den Hass

Dankbarkeit erzeugt Hass? Wie meinen Sie das?

Es ist noch nie im Verlauf der Weltgeschichte so viel Geld, also geronnene menschliche Arbeit, von A nach B transportiert worden wie zwischen West-Deutschland und Ost-Deutschland. Das erzeugt im Osten ein Missbehagen, ein Unglücklich-Sein und Sich-übervorteilt-Fühlen. In diesem Zusammenhang sehe ich das ganze AfD-Elend. Das sind keine Nazis, das ist viel schlimmer noch: Das sind Leute, die das Gute schlecht reden müssen. Wie Brecht sagte: Den übertriebenen Hoffnungen folgt leicht die übertriebene Hoffnungslosigkeit.

Sie sehen die AfD vor allem als Ost-Phänomen?

Dort wird sie sich vor allem verbreiten, aber es gibt sie auch im Westen, wo man eher das Problem hat zu glauben, dass man zu viel weggeben musste. Sie sehen, Osten und Westen sind wie durch kommunizierende Röhren miteinander verbunden. Die menschliche Dummheit ist gerecht auf Ost und West verteilt. Die hysterische Existenzangst ist besonders obszön in einem Land, das so reich ist wie Deutschland. Wir könnten zehn Mal so viele Flüchtlinge durchfüttern. Das muss man erst einmal ganz nüchtern konstatieren. Man kann dann immer noch darüber streiten, was das kulturell und seelisch und sprachlich und sexuell bedeutet. Mir kommt diese ganze Hysterie gegen Merkels Flüchtlingspolitik würdelos vor. 

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24861672 ©2016

 

Gute Frage

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Jeder Jugendliche muß sich noch einmal einer Routine-Untersuchung stellen. Und bekommt dazu einen Fragebogen zum Ausfüllen.

Wie zufrieden bist Du?

Wie zufrieden bist Du mit Deinem Leben? Zufrieden? Geht so? Oder Unzufrieden? Gute Frage - mit einem Kreuzchen schnell beantwortet.

Kommst Du klar?

Kommst Du gut klar mit Deinem Ehepartner? Kannst Du mit Ihm/Ihr über Probleme reden?

Macht bitte Eure Kreuzchen. Beim nächsten Termin bitte ausgefüllt mitbringen!

 

Ich bin wichtig

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Ich bin wichtig

Auf meinem Weg zum Bestsellerautor stieß ich auf ein relativ altes Werk von Lajos Egri: Literarisches Schreiben, New York, 1965. Autoren sollen lernen, Charaktere zu gestalten.

Wichtig sein ist wichtig. Schockiert es Sie, wenn ich behaupte, dass alle Literatur auf diese These zurückzuführen ist? Gleich, welches Theaterstück, welchen Roman Sie lesen und ob es dort um Liebe oder Hass geht: hinter jedem Werk steht der Wunsch, wichtig zu sein. (Berlin, 2002, S. 27)

Wir haben es geahnt.

Wichtigkeit ist unser äußerster Schutzwall. Sie tut auch unserem Ego und unserer Gesundheit gut. Aber in einen Zustand der Sicherheit, wie wir ihn erträumen, kann sie uns nur sehr kurz versetzen. Denn leider ist Wichtigkeit eine leicht verderbliche Ware. Viele Menschen neiden Sie Ihnen, und viele versuchen, sie zu untermininieren und Ihnen zu nehmen.

Eine Fassade der Bedeutsamkeit zu errichten, ist uns angeboren. Denn im Schutz dieser Fassade verbergen wir unsere Angst - die Tochter der Unsicherheit und die Mutter aller menschlichen Gefühle. Wichtig sein ist lebenswichtig. (ebd. S. 34)

 

Egoist

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Egoist

Auf meinem Weg zum Bestsellerautor stieß ich auf ein relativ altes Werk von Lajos Egri: Literarisches Schreiben, New York, 1965. Autoren sollen lernen, Charaktere zu gestalten. Und da, so Lajos Egri, er sich am besten kennt, gibt er eine kurze Beschreibung seiner selbst.

Ich bin ein gieriger eifersüchtiger Egoist und ständig darauf aus, andere dazu zu bringen, mich zu lieben. Tag und Nacht grüble ich: Wie kann ich es anstellen, so wichtig zu sein, dass den Leuten gar nichts anderes übrig bleibt, als mich für einen tollen Kerl zu halten? Ich geb´s nicht gern zu, aber ich will am liebsten immer nur Zustimmung ernten.

So bin ich zu dem Schluß gekommen, dass es für alles, was ich sage, nur zwei Gründe gibt:

  1. Sympathie für mich zu gewinnen und
  2. zu zeigen, wie wichtig ich bin.

Das habe ich in meinem eigenen Schädel entdeckt. Zuerst hat es mir Angst eingejagt: "Unmöglich, dass ich das bin!" Aber auf den zweiten Blick sah ich leider schon wieder dasselbe. Es stimmt, das alles bin ich. (Berlin, 2002, S. 8)

 

Unsicherheit

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Unsicherheit

Auf meinem Weg zum Bestsellerautor stieß ich auf ein relativ altes Werk von Lajos Egri: Literarisches Schreiben, New York, 1965. Doch der Aspekt der Unsicherheit war mir neu.

So paradox es klingt, Haß und Liebe, Verrat und Treue entspringen der selben Quelle - der Unsicherheit. Gefühle tauchen in unterschiedlichster Gestalt auf, erfüllen jedoch alle den einen Zweck, unser Überleben zu sichern. Ohne Unsicherheit wäre Leben nicht denkbar, auch wenn - oder gerade weil - wir Todesängste ausstehen, wenn wir uns nicht sicher fühlen. (Berlin, 2002, S. 24)

Ohne Unsicherheit gäbe es keinen Fortschritt. Alles würde stillstehen. Leben wäre nicht denkbar. (ebd. S. 28)

 

Robert Harris: Die Freiheit

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starb mit Cicero. Und noch nie hatte ich solch einen anschaulichen und spannenden Geschichtsunterricht! Vier Wochen war ich von Robert Harris´ Cicero-Triologie gefesselt.

Staatssklave

Hinter ihm (Pompeius) ein Staatssklave, der ihm ins Ohr flüsterte, dass er nur ein Mensch und alles vergänglich sei.

Wahlergebnisse

Vorher musste er (Caesar) noch die Ergebnisse der Wahlen für die kommenden drei Jahre festlegen. Eine Liste wurde veröffentlicht.

Es hilft, die heutige Welt besser zu verstehen, wenn man erfährt, dass es schon vor 2000 Jahren so war wie heute. Die Macht verabscheut wohl nur der, der sie nicht hat?

Die Beschäftigung mit der Römischen Republik zu Zeiten des Cicero sollte in jeder demokratischen Gesellschaft auf der Tagesordnung stehen - und erst recht auf derem Lehrplan. So dass auch dem letzten klar wird, welche Witzfiguren die Diktatoren von heute sind.

 

Xing - im Schlaf empfahl ich

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einen Artikel über Kindergartenzeichnungen meinen Xing-Kontakten. Nie würde ich so etwas tun! Doch so stand es am nächsten Morgen in meinem Xing-Newsletter.

![Xing-Empfehlungen](http://www.petersell.com/Uploads/xing-mail_1914.gif)

Was hatte ich noch so alles empfohlen? Den obigen Artikel hatte ich auf meinem Blog veröffentlicht. Wo war also die Verbindung von meinem Blog zu Xing? Wo hatte ich eingewilligt, dass meine Blogartikel in Newsletter-Empfehlungen münden? Einzig die Eingabe einer RSS-Feed-URL erschien mir verdächtig.

In meinem Halbwissen und meiner Naivität muss ich diese mal angegeben haben. Im Glauben, dass das Prinzip von RSS ist, dass man diesen bewußt als Empfänger abonnieren muss, oder er lediglich auf meinem Profil veröffentlicht wird.

Bei [Hannelore Becker](http://www.diebeckerin.de/xing-automatische-empfehlung-eines-links-bei-neuem-blogpost/) fand ich Gewissheit, dass die RSS-URL die Ursache ist. Wo aber wird über diesen Automatismus der Linkempfehlung aufgeklärt?

![RSS-Feed](http://www.petersell.com/Uploads/xing-rss_1913.gif)

Meine wichtigste Ressource ist meine Lebenszeit. Ich sollte besser überlegen, wofür ich diese Ressource ausgebe. Wenn nun Nutzlosigkeit in Verärgerung umschlägt, wird es Zeit zu handeln.

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